Corona Schutz Maßnahmen

Seit nahezu mehr als einem Jahr bestimmte die Covid-19 Pandemie zuerst die Schlagzeilen, ab dem Frühjahr dann auch das Leben der Menschen weltweit. Die Bilder aus China und später aus Italien mit zehntausenden Erkrankten und Toten schockierten zahlreiche Menschen und riefen die Gefahr, sich auch hierzulande mit Corona infizieren zu können, ins Bewusstsein der Menschen. Nach einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, selten länger, löst die Krankheit beim Menschen verschiedene Symptome in Atemwegen und Organen aus. Diese reichen von Fieber, Husten und Atemnot über den Verlust von Geschmack und Geruch bis hin zu neurologischen Schäden und können schlimmstenfalls zum Tod führen. Schnell wurden das RKI, die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten zu Managern in der Krise und kommunizierten eine Vielzahl von Regeln, die vor einer Ansteckung schützen können. Nachfolgend soll ein Überblick über die verschiedenen Schutzmaßnahmen gegeben werden, mit denen das Risiko einer Virusinfektion mit Sars-Cov-2 minimiert werden kann.

AHA Regeln

Um die Einhaltung der Regeln für alle zu vereinfachen, wurde von Wissenschaftlern die AHA Formel entwickelt, mit der sich jeder die notwendigen Schutzmaßnahmen leicht einprägen kann. Diese beinhalten die Punkte Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen. Später wurden sie noch um den Punkt L für Lüften erweitert.

Abstand halten

In Mitteleuropa und anderen Teilen der Welt wie Japan ist es nicht ungewöhnlich, sich im alltäglichen Leben auf engem Raum zu begegnen. Ob in der Schlange am Supermarkt, im Wartezimmer eines Arztes oder im Gedränge der Innenstadt, nicht immer ist es möglich, seinen Mitmenschen auf Distanz zu begegnen. Im Zuge von Corona ist dies jedoch um so wichtiger. Das neuartige Coronavirus ist ein infektiöser Nebel, der sich klassischerweise wie die Influenza oder Erkältungsviren über Tröpfchen vermehrt, die Viruspartikel enthalten. Aus diesem Grund empfehlen Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts, das mindestens ein Abstand von anderthalb Metern (1,5 m) zu anderen Mitmenschen eingehalten werden sollte. Das gilt für geschlossene Räume ebenso wie auch für den Bereich an der frischen Luft, wo nach derzeitigem Kenntnisstand durch die Luftzirkulation eine Übertragung weniger wahrscheinlich, aber auch nicht auszuschließen ist.

Hygiene beachten

Ebenso wichtig wie der Abstand zum Mitmenschen ist auch das Einhalten einer gewissen Etikette. Bereits vor Corona sollte es eine Selbstverständlichkeit gewesen sein, beim Husten oder Niesen die Armbeuge zu benutzen und sich gründlich die Hände zu waschen. Das gilt in Pandemiezeiten umso mehr. Da der Hauptübertragungsweg des Virus nach derzeitigem Kenntnisstand die Übertragung in der Luft ist, sollte jeder sowohl das eigene Risiko einer Erkrankung als auch das Risiko einer Übertragung für andere minimieren. Dies gilt umso mehr, weil das Virus sich auch in asymptomatischen Patienten ohne Symptome vermehren und übertragen kann. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion, das heißt Berühren infektiöser Flächen, ist bei diesem Virus nicht auszuschließen. Teil der Hygiene sollte daher auch das regelmäßige und gründliche Waschen oder Desinfizieren der Hände sein. Das Virus verfügt über eine fetthaltige Schutzhülle, die durch den Kontakt mit Seifenmolekülen zerstört wird. Allgemein ist es zu empfehlen, die Hände für mindestens 20 Sekunden zu waschen und dabei Vorder- und Rückseite sowie die Zwischenräume der Finger zu säubern.

Alltagsmaske tragen

Nachdem es einige Zeit lang Zweifel über die Wirksamkeit des Tragens einer Atemschutzmaske gab, konnten verschiedene Studien eine Verringerung der Virusübertragung durch das Tragen demonstrieren. Unterschieden werden verschiedene Typen von Masken. Eine bekannte und beliebte Form sind so genannte Alltagsmasken, die aus Stoff bestehen und eine mechanische Blockade für das Virus darstellen. Bezüglich der exakten Wirksamkeit solcher Mund-Nasen-Bedeckungen gibt es unterschiedliche Angaben.

Allerdings liegt der Nachteil von Stoffmasken in dem fehlenden Nachweis ihrer Filterfunktion. Sie stellen also zunächst eine mechanische Blockade für die Tröpfchen dar, die beim Sprechen oder Husten und Niesen ausgestoßen werden und helfen bei einer unentdeckten Infektion des Maskenträgers, andere anzustecken. Allerdings kann eine Infektion mit Covid-19 auch über Aerosole erfolgen, worunter infektiöse Partikel in der Luft verstanden werden. Diese bleiben nach dem Austritt des Virusträgers einige Zeit in der Luft, bis sie zu Boden sinken. In geschlossenen Räumen stellen Aerosole eine Gefahr dar, weil sie sich mit der Zeit im Raum verteilen können und so auch über Distanzen von mehr als anderthalb Metern Menschen infizieren können. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Partikel auch eine gewöhnliche Atemschutzmaske passieren können. Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass der Schutz durch OP-Masken oder durch FFP2 Masken noch größer ist.

Was sind FFP2-Masken?

Bei diesem Produkt handelt es sich um eine zertifizierte Atemschutzmaske, die aus einem speziellen Gewebe mit Filterfunktion besteht. Vor der Pandemie wurden diese Masken vor allen Dingen von Bauarbeitern und Handwerkern beim Arbeiten in staubigen Umgebungen getragen, um ein Eindringen in die Lunge zu verhindern. In Zeiten von Covid-19 sind Schutzmasken dieses Typs umso sinnvoller. Eine Maske vom Typ FFP2 besteht aus mehreren übereinander gelegten Schichten, die zudem bei erstmaliger Benutzung elektrostatisch aufgeladen sind. Beim Aufsetzen der Schutzmaske und beim Vorliegen infektiöser Partikel in der Luft filtern diese bis zu 94 % der Partikel und stellen einen größeren Schutz für den Träger dar als herkömmliche Mundnasenbedeckungen. Ein Vorteil dieses Maskentyps liegt zudem darin, dass gesicherte Erkenntnisse zur Schutzfunktion vorliegen. Sichere Masken können an dem CE-Kennzeichen, also dem vierstelligen Aufdruck des Prüflabors und an der DIN-Norm 149:2001+A1:2009 erkannt werden. Bei Vorhandensein des Aufdrucks ist sichergestellt, dass die Atemschutzmaske einer strengen Prüfung unter amtlichen Vorgaben unterzogen worden ist und die Schutzfunktion sichergestellt werden konnte. Ein ähnlicher Schutzstandard wie FFP2 besteht auch bei chinesischen Masken des Typen KN95, welches als Zertifikat in China von mehreren Prüfstellen vergeben wird.

Weitere Corona Schutz Maßnahmen

Neben den bereits genannten Punkten wird auch das Lüften geschlossener Innenräume als zusätzlicher Schutzfaktor angesehen, da sich durch den Austausch mit Frischluft die Menge der infektiösen Partikel in der Luft reduziert. Diese Maßnahme sollte jedoch in Kombination mit anderen Vorkehrungen erfolgen, da bereits nach circa 20 Minuten die Menge der Aerosole im Raum wieder ansteigt. Eine weitere vom RKI kommunizierte Möglichkeit besteht im Nutzen der Corona-Warn-App, die in offiziellen Download Stores von Google und Apple heruntergeladen werden kann. Sie verbindet sich bei eingeschaltetem Bluetooth und GPS bei geringem Abstand mit anderen Smartphones und tauscht anonymisierte Daten der Nutzer aus. Kommt es bei einem Nutzer zu einer Infektion mit dem Coronavirus und trägt dieser seine Daten in die App ein, wird der andere Nutzer gewarnt.

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