Richtiges Verhalten am Arbeitsplatz in Corona-Zeiten

Die Corona – Pandemie hat nahezu jeden unserer Lebensbereiche verändert. Dies gilt auch für ein richtiges Verhalten in Corona-Zeiten am Arbeitsplatz. Mithilfe der aha – Regeln soll das Infektionsgeschehen im beruflichen Umfeld eingrenzt werden. Damit ein sicheres Arbeiten möglich ist, müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einen verantwortungsvollen Umgang mit der neuen Infektionsgefahr durch Covid-19 beweisen.

Was bedeutet die aha – Formel und wie lässt sie sich am Arbeitsplatz anwenden?

Die aha – Regeln bilden die Basis eines sicheren Arbeitsplatzes. Die Abkürzung steht für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske.

Wie lässt sich die Abstandsregel umsetzen?

Es sollte im Betrieb jederzeit darauf geachtet werden, dass alle Beschäftigen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. Um dies zu gewährleisten, kann es erforderlich sein, Tische und Stühle umzustellen oder die Arbeitsplätze räumlich zu verlegen. Der Mindestabstand gilt nicht nur in den Büroräumen, sondern auch auf den Fluren, im Pausenraum und in der Kaffeeküche. Markierungen, Abtrennungen oder Zugangsregelungen sind dringend zu beachten. Die Abstandsregel beinhaltet natürlich auch, dass man auf Körperkontakt am Arbeitsplatz verzichtet. Dies gilt sowohl für Umarmungen als auch für das Händeschütteln. Mitarbeiter sollten, sofern logistisch möglich, in einem Einzelbüro arbeiten. Ist dies nicht möglich, sollte die Arbeit zumindest in kleinen, festen Teams erfolgen, im Idealfall zeitlich versetzt. Letzteres hat einen entscheidenden Vorteil: Sofern sich ein Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert, muss lediglich das feste Team in Quarantäne – nicht der gesamte Betrieb. In Zeiten von Corona sollte auf Dienstreisen und Präsenz-Meetings möglichst verzichtet werden. Meetings und Termine lassen sich z. B. wunderbar via Videokonferenz durchführen.

Wie lassen sich die Hygieneregeln am Arbeitsplatz umsetzen?

Alle Personen, die sich im Betrieb aufhalten, sollten auf regelmäßiges Händewaschen achten. Optimalerweise stellt der Arbeitgeber Desinfektionsspender mit Händedesinfektionsmittel zur Verfügung, welche im gesamten Gebäude verteilt werden können. Auch ein regelmäßiges Desinfizieren der Arbeitsfläche (z. B. Schreibtisch, Tastatur, Telefonhörer) ist sinnvoll. Dies gilt besonders dann, wenn eben genannte Arbeitsmaterialien mit anderen Arbeitnehmern geteilt werden müssen. Außerdem gilt es darauf zu achten, das Gesicht möglichst nicht mit den Fingern zu berühren. Da dies oft unbewusst geschieht, ist es gar nicht so einfach zu vermeiden. Alle Arbeitsräume sollten regelmäßig und gründlich gelüftet werden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, so ist eine Alltagsmaske zu tragen.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer FFP2 – Maske, einer Atemschutzmaske und einer Alltagsmaske?

Maske ist nicht gleich Maske. Besteht am Arbeitsplatz ein besonders hohes Infektionsrisiko, z. B. in Pflegeberufen, ist das Tragen einer FFP2 – Maske angeraten. Bei Letzterer handelt es sich um eine sogenannte filtrierende Halbmaske. FFP- Masken sind mit und ohne Ventil erhältlich. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft, was für einen zuverlässigen Eigen- und Fremdschutz sorgt. Masken mit Ventil filtern hingegen nur die eingeatmete Luft, Fremdschutz ist demzufolge kaum gegeben. Aus diesem Grunde werden gerade im medizinischen Berufsbereich oftmals FFP – Masken ohne Ventil bevorzugt.

Wichtig: FFP – Masken schützen nur dann, wenn sie korrekt getragen werden. FFP – Masken sind in der Regel nicht (!) wiederverwendbar und sollten nach dem Tragen entsorgt werden.

Bei einer Atemschutzmaske (auch als OP – Maske oder medizinischer Mund-Nasen-Schutz bekannt) handelt es sich, wie der Name es bereits vermuten lässt, um ein CE-zertifiziertes und geprüftes Medizinprodukt. Aus diesem Grunde dürfen herkömmliche Alltagsmasken sich nicht als Schutzmaske bezeichnen. Der medizinische Mund-Nasen-Schutz bietet in erster Linie Fremdschutz und kommt zumeist im medizinischen Bereich zur Anwendung.

Übt man keinen Beruf im medizinischen Bereich aus, so ist vor allem die Alltagsmaske relevant. Diese sollte auch im Berufsleben immer dann getragen werden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Eine Alltagsmaske besteht aus handelsüblichem Stoff und kann auch selbst hergestellt werden. Ist das Tragen einer Maske an den Arbeitsplätzen vorgesehen, so muss der Arbeitgeber je nach Bedarf eine Alltagsmaske bzw. eine filtrierende Halbmaske zur Verfügung stellen.

Kurzarbeit und / oder Home Office – Was gibt es zu beachten?

Viele Betriebe entschließen sich derzeit dazu, für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit anzumelden. Das Kurzarbeitergeld wird vom Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit beantragt. Wer sich in Kurzarbeit befindet, der erhält etwa 67 % seines Nettolohns. Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt dementsprechend vom vorherigen Einkommen ab. Manche Betriebe entschließen sich dazu, das Kurzarbeitergeld auf 100 % aufzustocken. In diesem Fall erleidet der Arbeitnehmer keinerlei finanzielle Einbußen. Die Aufstockung bezahlt der Arbeitgeber. Allerdings können sich nicht alle Betriebe in der Krise diese Form von Unterstützung leisten. Der Arbeitnehmer muss sich nicht um die Beantragung des KUG kümmern, dies liegt im Aufgabenbereich des Arbeitgebers.

Zahlreiche Betriebe ermöglichen es ihren Mitarbeitern, während der Pandemie im Home Office zu arbeiten. Ein gesetzlicher Anspruch besteht hierauf für den Arbeitnehmer jedoch nicht. Auch der Arbeitgeber darf nicht ohne Zustimmung seiner Angestellten Home Office anordnen. Dies liegt daran, dass der Arbeitgeber keine Weisungsbefugnis über den privaten Wohnraum seiner Mitarbeiter hat. Aufgrund der aktuellen Situation macht es allerdings Sinn, diese Möglichkeit anzusprechen. Ist ein Betriebsrat vorhanden, könnte die Pandemie Anlass sein, eine Betriebsvereinbarung zum Thema Home Office auszuarbeiten.

Wie soll man sich verhalten, wenn ein Krankheitsverdacht besteht?

In früheren Zeiten ist es nicht selten vorgekommen, dass sich ein Arbeitnehmer trotz Erkältungssymptomen ins Büro begeben hat. Was vor der Pandemie für manche normal und sogar ein Zeichen von Ehrgeiz war, ist in der heutigen Situation nicht mehr zu verantworten. Besonders dann nicht, wenn ein Kontakt zu einer nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person bestanden hat. Ist Letzteres der Fall, muss umgehend das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Selbst dann, wenn man selbst keine Symptome aufweist. Das Gesundheitsamt wird unter Berücksichtigung des tatsächlichen Risikos entscheiden, wie weiter verfahren werden kann. Zu den typischen Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus zählen erhöhte Temperatur oder Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Kurzatmigkeit und ein Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns.

Liegen derartige Symptome vor, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Hierzu wendet man sich zunächst telefonisch an den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Keinesfalls sollte man sich ohne Rücksprache in eine Arztpraxis begeben. Der Arzt wird anhand bestimmter Testkriterien ermitteln, ob eine Testung auf das Coronavirus durchgeführt werden soll. Bis das Ergebnis vorliegt, sollte man sich in jedem Fall in Quarantäne begeben. Das bedeutet natürlich auch, dass man nicht zur Arbeit erscheint. Der Arzt wird eine entsprechende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber ausstellen. Ist das Testresultat positiv, müssen alle Arbeitskollegen in Quarantäne, die mit dem Betroffenen in direktem Kontakt gestanden haben.

Selbst wer aufgrund leichter Symptome nicht getestet wird, sollte der Arbeit mindestens für sieben Tage fernbleiben.

 

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