Unterschied zwischen Grippe und Corona

Virenkampf – der Unterschied zwischen einer Grippe und Corona

Zugegeben – auch wenn die aktuelle Corona Pandemie starke Ähnlichkeiten zu der saisonalen Influenza aufweist, liegt der Unterschied doch im Detail. Sowohl Sars-CoV-2- als auch Grippe-Infizierte können schwache bis starke Symptome aufweisen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können. Auch wenn sich beide Krankheitsverläufe ähneln können, weisen die Erkrankungen doch wesentliche Unterschiede auf. Wie sich also die Grippe (Influenza) genau von Corona (Covid-19) unterscheidet und welche Symptomatiken und Verläufe bei den Krankheiten auftreten, erfahren Sie hier.

Schnellere Krankheitsverläufe durch fehlende Immunität

Obwohl das Coronavirus viele Ähnlichkeiten zur Grippe aufweist, sie ähnlich ansteckend sowie für dieselben Risikogruppen (Personen mit Vorerkrankungen wie Krebs oder Bluthochdruck, ältere Personen etc.) gefährlich ist, weist der Erreger SARS-CoV-2 doch einen fundamentalen Unterschied zum gängigen Grippevirus auf: Personen, die sich mit dem virulenten Erreger SARS-CoV-2 anstecken, besitzen in der Regel noch keine Immunabwehr, sodass der Verlauf der Erkrankung in Einzelfällen sehr viel schwerer ausfallen kann als bei einer saisonalen Influenza. Stecken sich Personen also mit Grippeviren an, so weist der Körper meistens schon durch eine Vorerkrankung Antikörper auf, die durch das Immunologische Gedächtnis nur noch abgerufen werden müssen.

Ein berechtigter Vergleich zwischen der Influenza und dem Coronavirus kann daher nur zu den Ausbrüchen im Jahre 1957, als die sogenannte Asia-Grippe tobte, und 1968, als die Hongkong Grippe ausbrach, gezogen werden. Bei diesen beiden Grippeausbrüchen war ebenfalls nur eine geringe Herdenimmunität in der Bevölkerung vorhanden, sodass sich die Krankheitsverläufe schnell entwickelten. Auch wenn sich mit der saisonalen Influenza jährlich Dutzende von Menschen anstecken, bleibt die Sterblichkeit jedoch relativ gering.

Aufgrund der geringen Erforschung ist noch nicht bekannt, wie gefährlich eine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 wirklich ist. Die bisher gesammelten Daten lassen jedoch darauf schließen, dass der Krankheitsverlauf als auch die auftretende Symptomatik etwas gefährlicher ist als bei einer saisonalen Grippe-Infektion. COVID-19 wurde zunächst als reine Lungenerkrankung eingestuft, die in erster Linie die unteren Atemwege betrifft. Nach der aktuellen Forschung ist jedoch bekannt, dass das Virus auch andere Organe sowie die Blutgerinnung beeinflusst. Wie bereits dargelegt, besteht die Gefahr von dem Coronavirus darin, dass die Erkrankung noch nie zuvor aufgetreten und somit erst rudimentär erforscht ist. Da das Virus neue und vor allem unbekannte Oberflächenmerkmale aufweist, fehlt in der Bevölkerung auch eine gewisse Grundimmunität. Hierin liegt im Übrigen auch einer der wesentlichen Unterschiede zur Influenza.

Ohne eine gewisse Grundimmunität in der Bevölkerung ist es für den Sars-CoV-2-Erreger leichter sich zu verbreiten. Forscher gehen derzeit von aus, dass eine Kreuzreaktion zu sogenannten Erkältungs-Coronaviren vorliegen kann, weshalb auch ein Teil der Bevölkerung eine gewisse bedingte Immunität gegen das Coronavirus aufweist. Bevor das Virus Sars-CoV-2 ausbrach, war bis dato auch niemand mit dem Erreger infiziert. Wer sich also jetzt mit dem Erreger anstecken sollte und zudem noch eine Vorerkrankung aufweist, der kann an den Folgen der Virusinfektion sterben. Obwohl viele infizierte Menschen auch keine Symptomatik aufweisen, bleibt die Krankheit nicht zu unterschätzen.

Erhöhte Ansteckungsgefahr durch Tröpfchenübertragung

Sowohl Corona- als auch Influenza-Viren werden durch Tröpfchen übertragen, die die bereits infizierten Personen beim Sprechen, Atmen oder Husten ausstoßen. Ebenfalls spielen Aerosole, feine Schwebetröpfchen, eine erhebliche Rolle. Da sich die sogenannten Aerosole in der Luft anreichern, bergen geschlossene Räume ein erhöhtes Übertragungsrisiko, wenn nicht ausreichend gelüftet wird und sich die darin aufhaltenden Menschen zu lange in den Räumen aufhalten. Aus diesem Grund wurde eine Abstandsregel eingeführt, um die Tröpfenübertragung möglichst zu umgehen. Ebenso soll eine Atemschutzmaske, wie einer FFP2, vor der Übertragung von virulenten Tröpfchen schützen. Des Weiteren hat sich die sogenannte aha Methode etabliert. Aha steht für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske, die im täglichen Kampf gegen das Coronavirus schützen soll.

Inkubationszeit im Vergleich

Als Inkubationszeit versteht man die Zeit zwischen der Übertragung und dem Aufweisen der ersten Krankheitssymptome. Während die Inkubationszeit bei dem Coronavirus 2 bis 14 Tage beträgt, liegt die Inkubationszeit bei normalen Grippeviren zwischen 1 bis 2 Tagen. Aus diesem Grund können infizierte Menschen den Sars-CoV-2-Erreger bereits durch Aerosole oder per Tröpfcheninfektion übertragen, ohne über ihre Krankheit in Kenntnis zu sein. Hierin liegt ebenfalls ein weiterer entscheidender Unterschied zur saisonalen Influenza: Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wissen und merken oftmals gar nicht, dass sie den Erreger in sich tragen und somit eine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellen.

Ähnliche Symptomatik bei beiden Erkrankungen

Befasst man sich oberflächlich mit beiden Erkrankungen, so könnte man fälschlicherweise vermuten, dass sich die Symptome einer Grippe nicht allzu stark von denen einer Coronavirus-Infektion unterscheidet. Personen, die sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger angesteckt haben, weisen unter anderem Fieber, Atembeschwerden sowie trockenen Husten auf. Besonders gefährlich sind aber Infizierte, die nicht wissen, dass sie den Erreger in sich tragen und das Virus via Tröpfcheninfektion an weitere Personen weitergeben. Stärkere Symptome umfassen auch akute Atemprobleme und gar eine Lungenentzündung. Im Vergleich zu der Erkältung treten Schnupfen und Niesen eher selten auf.

Die saisonale Erkältung kann hingegen hohes Fieber, Kopf-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen oder auch starke Halsschmerzen umfassen. Häufig weisen Erkrankte auch Schwächeanfälle, Appetitlosigkeit und ein generell starkes Krankheitsgefühl auf. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Erkrankungen stellt die Geschmacks- und Geruchsstörung dar. Während bei einer Erkrankung mit Influenzaviren Geschmacks- und Geruchsstörungen eher seltener vorkommen, stellen sie bei einer Corona-Infektion häufig beobachtete Symptome dar.

Im Folgenden finden Sie nochmal einen Vergleich bezüglich der Symptome von beiden Erkrankungen:

Symptome Coronavirus Grippevirus
Fieber häufig häufig
Müdigkeit gelegentlich häufig
Husten häufig (trocken) häufig (trocken-schleimig)
Niesen nein gelegentlich
Gliederschmerzen gelegentlich häufig
Schnupfen selten häufig
Halsschmerzen gelegentlich häufig
Durchfall selten gelegentlich (insbesondere bei Kindern)
Kopfschmerzen gelegentlich häufig
Kurzatmigkeit gelegentlich nein
Geschmacks- und Geruchsverlust sehr häufig nein

Therapiemöglichkeiten und Schutzmaßnahmen

Die Behandlungsmöglichkeiten für beide Erkrankungen sehen recht ähnlich aus. Da es gegen Grippeviren nur begrenzte Medikamente gibt, werden in den meisten Fällen eher die Symptome bekämpft, sodass grundlegende Körperfunktionen unterstützt werden. Falls man beispielsweise unter Schnupfen oder Halsschmerzen leiden sollte, so können Nasensprays oder Lutschtabletten aus der Apotheke die Symptome lindern. Da beide Krankheiten zudem die gleichen Ansteckungswege aufweisen, sind die Schutzmaßnahmen nahezu identisch:

  • Halten Sie die Abstandsregel zu Personen (mindestens 1,5 Meter)
  • Tragen Sie eine Atemschutzmaske (FFP2 Masken werden insbesondere für Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen)
  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein Minimum
  • Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände
  • Vermeiden Sie in jedem Fall große Menschenansammlungen sowie Großveranstaltungen
  • Verzichten Sie auf Körperkontakt (beispielsweise auf Umarmungen)
  • Lüften Sie geschlossene Räumlichkeiten regelmäßig
  • Falls Sie Freunde treffen, dann tun Sie dies am besten im Freien

Die Hauptunterschiede beider Viruserkrankungen auf einen Blick

Auch wenn sich beide Viruserkrankungen auf den ersten Blick ähneln, unterscheiden sie sich doch maßgeblich voneinander. Insbesondere im Verlauf lässt sich ein wesentlicher Unterschied erkennen: Während Grippesymptome meistens schlagartig auftreten und sich nach wenigen Tagen bereits in Form von hohem Fieber oder starkem Schnupfen bemerkbar machen, merken die meisten SARS-CoV-2-Infizierten nicht, dass sie sich mit dem Erreger angesteckt haben. Aus diesem Grund verkehren die meisten Menschen noch ganz normal mit ihren Mitmenschen, wodurch sich das Virus in der Bevölkerung auch so schlagartig ausbreiten konnte. Das zusätzlich fehlende Immungedächtnis verstärkt dabei in manchen Fällen die Symptomatik, die sich in Form von Geschmacks- sowie Geruchsstörungen oder einer Lungenentzündung zeigen kann.

Zieht man ein Gesamtfazit, so kann festgehalten werden, dass das Coronavirus nicht zu unterschätzen und nicht minder gefährlich als die saisonale Grippe-Erkrankung ist. Ob Corona mehr Tote als die Grippe fordert, kann erst am Ende der Pandemie beantwortet werden. Bis dahin sollte sich jeder verantwortungsbewusste Bürger an die vorgeschriebenen Regeln und Maßnahmen halten, um seine Mitmenschen bestmöglich zu schützen.

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