Wie erhebt das RKI Corona-Statistiken?

Was ist das RKI?

Das Robert-Koch-Institut ist ein Bundesinstitut angesiedelt im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Es steht sowohl für die bestehende Krankheitsüberwachung als auch für die Krankheitsprävention. Zu den Aufgaben des Robert Koch Institutes zählen Verhütung, Erkennung als auch die Bekämpfung von Krankheiten. Darunter vor allem auch schnell verbreitende Infektionskrankheiten.

Somit gehört es zu den wichtigsten Tätigkeiten des RKI Krankheiten medizinisch zu analysieren und deren Gefährlichkeit einzuordnen. Gleichzeitig ist ein wichtiger Punkt die wissenschaftliche Forschung zur Vorbeugung von Krankheiten sowie das Finden von Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise Impfungen. Zudem gibt das Robert Koch Institut Empfehlungen an verschiedene Ministerien zur Gestaltung von Möglichkeiten zur Gesundheitsprävention und der Verhinderung der Verbreitung von (hoch) ansteckenden Krankheiten.

Covid 19 und Mutationen

Bei Covid-19 handelt es sich um eine Lungenerkrankung, die durch das gleichnamige Virus ausgelöst wird. Inzwischen hat das Virus mutiert und somit den eigenen Namen Sars-CoV-2 erhalten. Die Symptome reichen von einfachen Erkältungssymptomen bis zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen, die auch tödlich enden können.

Wie erhebt das Robert-Koch-Institut Corona-Statistiken?

Dem Institut werden täglich die neuen Fallzahlen übermittelt. In der Regel übermitteln die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut die täglichen neuen Zahlen von Ansteckungen und deren Differenzwerte zu den Zahlen vom Vortag, die ihnen im Zusammenhang mit dem Covid-19 Virus bekannt werden. Es werden aber auch Zahlen von bereits zurückliegenden und bekannt gewordenen Ansteckungen an das Institut gemeldet. Aus den übermittelten Werten wird dann der sogenannte Inzidenzwert ermittelt und eine 7-Tages Inzidenz berechnet. Für die Berechnung der 7 Tage Inzidenz werden die Meldedaten der Gesundheitsämter zugrunde gezogen. Das bedeutet, dass alle Daten, die elektronisch von den Gesundheitsämtern erfasst werden, wie zum Beispiel das Meldedatum, an dem die Ansteckung bekannt geworden ist, in die Berechnungen mit einfließen, um eine möglichst genaue Statistik zu schaffen, wie sich die Ansteckungen entwickeln.

Aufgeteilt werden die Statistiken anschließend in jedes Bundesland. Erfasst werden aber nicht nur Neuansteckungen sondern ebenfalls auch die durch das Covid 19 Virus entstandene Todesfälle. Aus den Werten der einzelnen Bundesländer werden dann abschließend die Zahlen für ganz Deutschland berechnet. Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass die Zahlen zusammengerechnet für alle SARS-CoV-2-Infektionen Infektionen und konkrete COVID-19 Ansteckungen gelten. Die Zahlen beinhalten somit ebenfalls symptomfreie Ausprägungen des Corona Virus als auch Verläufe, deren Ausprägung sehr schwer verläuft. Hierbei nehmen die Statistiken keine weitere Unterscheidung vor.

Die weiteren Maßnahmen obliegen somit den lokalen Gesundheitsämtern selbst, die nach dem Infektionsschutzgesetz getroffen werden können. Allerdings werden die Bewertungen der einzelnen Ansteckungen und Infektionen dennoch dem Robert Koch Institut mit übermittelt. Die Übermittlung läuft vollautomatisiert an die zuständigen Landesämter, die die Daten anschließend gesammelt an das Institut versenden. Es werden aber keine vermuteten Fälle erfasst, sondern tatsächlich nur Fälle, die auch labordiagnostisch bestätigt wurden, damit die Statistiken einheitlich und übersichtlich bleiben. Da es bei der Eingabe und Übermittlung einen kleinen Zeitverzug geben kann, bis die gemeldeten Fälle dem Robert-Koch-Institut vorliegen, können die Fallzahlen von anderen Quellen leicht abweichen. Die Tagesdaten werden täglich um 0:00 Uhr aktualisiert und neu berechnet und für die Öffentlichkeit herausgegeben.

Der wöchentliche Situationsbericht

Jeden Dienstag wird von dem Robert-Koch-Institut ein Situationsbericht an die Öffentlichkeit gegeben. In diesem Bericht sind die Falldaten weitaus spezifischer unterteilt. Neben der geografischen Verteilung, der Betreuung in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder dem zeitlichen Verlauf der gemeldeten Erkrankungen werden auch die Altersklassen der Ansteckungen aufgezeigt. Ebenfalls sind die Zahlen in die unterschiedlichen Geschlechter aufgeteilt und gekennzeichnet, wie viele schwerwiegende Verläufe vorliegen. Mittwochs werden zusätzlich die Daten bereitgestellt, wie viele Menschen sich neu haben testen lassen. Außerdem werden die aktuellen Impfquoten berechnet. Donnerstags werden von dem Institut noch weitere aktuelle Statistiken zu den Surveillance-Systemen im Bezug auf Atemwegserkrankungen und der Notwendigkeit der Inanspruchnahme von Notaufnahmen herausgegeben.

Was versteht man unter dem Inzidenzwert?

Wie oben bereits erwähnt, wird in den Statistiken der sogenannte Inzidenzwert berechnet. Doch was versteht man unter diesem Wert und was sagt er aus? Mithilfe der Inzidenz soll verdeutlicht werden, wie viele Neuinfektionen den Gesundheitsämtern bekannt geworden sind. Kurz gesagt bezeichnet der Wert also die Rate der Neuinfektionen. Die 7 Tages Inzidenz sagt somit aus, wie viele bekannt gewordene Neuansteckungen es in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Neben dem Robert Koch Institut wird der Wert der Inzidenz auch von dem Bayrischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erfasst. Bei Abweichungen der beiden Institute wird grundsätzlich der höhere Wert in die Statistik aufgenommen. Damit über weitere Maßnahmen von der Bundesregierung entschieden werden kann, spielt der Wert somit eine große Rolle. Je niedriger sich der Wert entwickelt, desto weniger Menschen stecken sich neu mit dem Corona Virus an, was langfristig zu Lockerungen der Maßnahmen führen kann.

Empfohlene Beiträge